Können Gewerkschaften dem Unternehmen schaden?
Ja.
Okay mehr Kontext, kurze Geschichtsstunde, stark vereinfacht, eher beispielhaft als umfassend.
19. Jahrhundert, Industrielle Revolution. Unternehmen wurden größer und die sie besitzenden Unternehmer somit mächtiger. Diese Macht nutzten sie unter anderem dazu, Löhne zu drücken und Arbeiter auszubeuten. Die Arbeiter organisierten sich. Es gab Zerstörung von Maschinen, Brandstiftungen, sogar Morde an Unternehmern. Und auch auf Seite der Arbeitnehmer kamen viele um, durch bewaffnete Wachen, Polizei oder in manchen Fällen sogar durch die Armee.
Heute mit Gewerkschaften läuft Arbeitskampf zivilisierter ab. Mit Verhandlungen, mit Verhandlungen, und noch mehr Verhandlungen. Aber warum muss das Unternehmen überhaupt mit der Arbeitnehmerseite verhandeln?
Weil die Arbeitnehmerseite das Recht hat, einen Streik anzufangen, also aufzuhören zu arbeiten. Das Unternehmen will den Streik unbedingt vermeiden und deshalb können wir als Arbeitnehmerseite überhaupt mit dem Unternehmen verhandeln.
Übrigens will auch die Arbeitnehmerseite den Streik vermeiden: Während des Streiks muss die Gewerkschaft die Löhne der Angestellten bezahlen (Wenn sie Mitglied sind). Daher sind beide Seiten daran interessiert, einen Kompromiss zu finden, mit dem alle leben können.
Also ja, die Gewerkschaft hat die Möglichkeit, im Notfall durch einen Streik dem Unternehmen zu schaden. Und diese Fähigkeit ist essentiell dafür, dass das Konzept Gewerkschaft überhaupt funktioniert. So stoßen Forderungen der Angestellten auf Gehör.
Und das ist letztlich auch gut für das Unternehmen.
Konzerne sind heute größer und mächtiger denn je zuvor.
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Und wenn dir jemand sagt, Streiks sind schlimm und schädlich für das Unternehmen,
Dann sagst du ja.
Aber erstens wollen wir nicht streiken, wenn wir es irgendwie vermeiden können
Und zweitens sind Streiks deutlich besser als die blutigen, historischen Alternativen.
